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Boost- und Bettag
Foto: Marco Stepniak

Boost- und Bettag

Lesedauer: ca. 1 Min. | Text: Karoline Jankowski

Sonntag, 8:30 Uhr. Während Herten im Tiefschlaf ist, zündet der 16-jährige Apostolis Batsilas Kerzen an.

Aus der Nähe von Thessaloniki kam er nach Herten. Kulturschock? Ein bisschen. Mittags Siesta, abends erwacht die Stadt: „Plötzlich tanzen alle auf der Straße“, sagt er über Griechenland. Der mediterrane Gegenpol in Herten ist die griechisch-orthodoxe Gemeinde Heiliger Dimitrios. Warum zieht es ihn (teilweise zu unorthodoxen Zeiten) ausgerechnet in die Kirche? „Sie ist die kleine Heimat.“

Es geht nicht um Moral, sondern um Alltag. Gottesdienst in mystischer Atmosphäre, danach Gemeindesaal, Gebäck, vertraute Stimmen, warm werden. Heimat als Treffpunkt, nicht als Flagge. „Ich trenne das nicht – Kirche, Gottesdienst und Gemeinschaft.“ Wie im Sportverein, nur mit Liturgie statt Training. Man kommt, kennt Leute, über nimmt Verantwortung. Auch das Uncoole. Putzen zum Beispiel. „Alles ist wichtig“, sagt Apostolis. Kirche ist kein Dogma, sondern Teamplay.

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