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Anlegen lernen
Wer hat die Nase beim Planspiel Börse vorn? Die Sparkassen-Azubis Emma Kuhn, Fabio Cangi und Ronja Wenholz (v. l.) vergleichen ihre Spieldepots. Foto: Marco Stepniak

Anlegen lernen

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: Jakob Surkemper

Ohne Risiko in Aktien investieren und mit Wertpapieren handeln – darum geht es wieder beim Planspiel Börse. Mit dabei: eine Klasse des Berufskollegs Ostvest und die Azubis der Sparkasse Vest Recklinghausen.

Es kann schnell bergauf, aber auch schnell wieder bergab gehen – eine Lektion, die die Schüler und die angehenden Profis von der Sparkasse aus dem Planspiel Börse mitnehmen. „Ich habe einmal über Nacht 2.000 Euro verloren“, sagt Fabio Cangi, Sparkassen-Azubi im zweiten Lehrjahr. „Das tat schon weh.“ Gut, dass es in dem Fall nur virtuelles Geld war. 50.000 Euro „Spielgeld“ stand allen Teilnehmern zu Beginn des nunmehr 43. Planspiels Anfang Oktober zur Verfügung. Wer am Ende, am 26. Januar, am meisten Kapital hat, gewinnt 500 Euro – in dem Fall echtes Geld. Zudem erhalten diejenigen einen Preis, die besonders nachhaltig investiert haben.

So wie die Gruppe von Emma Kuhn. Sie steht sogar in beiden Kategorien derzeit auf Platz 1 von 130 Teams im Kreis Recklinghausen. Auf gut 53.600 Euro ist ihr Depotwert binnen eineinhalb Monaten gestiegen, ein Plus von 7,29 Prozent. Die 19-Jährige im 1. Lehrjahr bei Sparkasse Recklinghausen macht zum ersten Mal mit, hat aber auch erfahrene Spieler im Team. Ihr Erfolgsrezept?

Einzelaktien bekannter Unternehmen unterschiedlicher Branchen sowie Aktienfonds hat ihre Gruppe im Depot. Fabio Cangi und seine Gruppe haben hingegen ein bisschen riskant auch in die boomende KI-Branche investiert – die zuletzt kurzzeitig eingebrochen ist. Das Depot ist deswegen ein paar hundert Euro im Minus. „Da ist jetzt eine kleine Blase geplatzt“, erklärt der 22-Jährige, der bereits zum dritten Mal mitmacht – das erste Mal noch als Schüler, das zweite Mal im ersten und jetzt im zweiten Ausbildungsjahr bei der Sparkasse Vest. „Unsere Azubis im zweiten Lehrjahr machen verpflichtend mit, weil Wertpapierhandel dann auch in der Ausbildung kommt“, erklärt Birgit Gawlik, Ausbildungsleiterin bei der Sparkasse Vest. „So können die Azubis das Gelernte direkt umsetzen.“

Börse im Unterricht

Mitmachen beim größten Börsen-Planspiel Europas mit mehr als 100.000 Teilnehmern aus Deutschland und anderen europäischen Ländern können auch Schulklassen. So auch die 11. Klasse des Wirtschaftsgymnasiums am Berufskolleg Ostvest. „Am Planspiel lässt sich sehr schön demonstrieren, wie Märkte funktionieren“, sagt Lehrerin Dr. Gundula Grewe, die mit ihren Klassen schon mehrfach und sogar siegreich teilgenommen hat. „Und die Börsen sind auch ein Frühindikator für die Konjunkturentwicklung.“ Zum Start hat sie eine Unterrichtsstunde dem Planspiel gewidmet, nun laufe das so nebenher. „Wenn bestimmte Aktien einbrechen, wie zuletzt KI-Werte, thematisieren wir das auch im Unterricht und analysieren die Gründe.“

Haben ein bisschen Börsen-Blut geleckt: die Schüler am Berufskolleg Ostvest Ali Ahmad, Anastasia Drosou, Anna-Maria Jörden und Rafael Czulak (v. l.).Foto: Marco Stepniak

Ihre Schüler Ali Ahmad (17) und Rafael Czulak (16) haben ein wenig Blut geleckt. „Wir schauen schon mindestens einmal am Tag ins Depot“, sagt letzterer. Auch sie mussten schon Lehrgeld zahlen. Ihr Depot steht derzeit bei 48.000 Euro. Aber sie hätten schon daraus gelernt: „Zum Beispiel schneller wieder verkaufen, wenn ein Wert besonders gut gelaufen ist“, sagt Rafael. Sparkassen-Azubi Ronja Wenholz (21) will künftig ihr Risiko breiter streuen und lieber in Fonds als in Einzelaktien investieren. „Einzelaktien sind zu spekulativ“, sagt sie. Einen Effekt scheint das Planspiel bei allen zu haben: Sie alle möchten früher oder später auch Geld an den Kapitalmärkten anlegen. Und da ist das Planspiel ein gutes Übungsfeld. 

Info Sparkasse Vest Recklinghausen
Sparkasse Vest Recklinghausen

Herzogswall 5
45657 Recklinghausen

https://www.sparkasse-re.de/de/home.html

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