Copa Ca Backum, Freitag, 16 Uhr: Maria und Ela stehen in ihren Schwimmanzügen vor dem Schild mit den Baderegeln. Sie gehen alles nochmal durch: „Springe nur ins Wasser, wenn es tief genug und frei ist“; „Kühle dich ab, bevor du ins Wasser gehst“.
Gleich geht’s los. Dann wird ihr Wissen abgefragt. Außerdem müssen sie einen Ring aus zwei Metern Tiefe holen und acht Bahnen ziehen. Das sind 200 Meter. Sie sind heute nicht die ersten Prüflinge. Vor ihnen hat schon ein junges Mädchen Bronze gemacht. Und auf der Anmeldeliste für die nächsten Tage stehen noch Jugendliche für etwas schwierigere Prüfungen. Maria und Ela gehen seit Jahren regelmäßig ins Copa. Ela ist sieben und möchte Bronze machen. Zusammen mit ihrer jungen Mutter, die sich vor der Tauchprüfung fürchtet.
Als erstes wird geschwommen. Schwimmmeisterin Rike klatscht beide nochmal aufmunternd ab und gibt das Startsignal. Ela und Maria springen vom Beckenrand und schwimmen. Weil sie zwei Disziplinen zeigen müssen, haben sie sich für Brust und Rücken entschieden. Rike lobt und feuert an. „Mein Job ist einer der schönsten der Welt“, sagt die Fachangestellte für Bäderbetriebe. „Ich sehe so viele glückliche Gesichter, wenn eine Schwimmprüfung bestanden wurde. Auch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die ein Abzeichen für ihre Berufsausbildung brauchen.“
Gemeinsam zur Prüfung
„Wie viele Bahnen noch?“, ruft Ela. Offenbar aus reinem Interesse, denn das Duo schafft es spielend. Da die beiden noch nicht mal die Mindestschwimmzeit von einer Viertelstunde gebraucht haben, dürfen sie noch ein paar Minuten Freestyle zeigen. Als Maria und Ela dann zum letzten Mal am Beckenrand anschlagen, sind sie siegesgewiss. Sie halten sich an der Überlaufrinne fest, und Rike beugt sich zu ihnen hinunter, um die Baderegeln abzufragen. Mutter und Tochter können sie auswendig. Gelernt ist gelernt. Jetzt wird nach dem Ring getaucht. Maria hatte sich davor gefürchtet. Sie kriegt es aber problemlos hin. Genau wie Ela, die sich ohnehin wie ein Fisch im Wasser bewegt. Mutter und Tochter kommen aus dem Becken, umarmen sich und bekommen feierlich ihren Schwimmpass überreicht.
„Es kommt häufig vor, dass sich Eltern mit ihren Kindern gemeinsam zur Prüfung anmelden. So erweitern junge Väter und Mütter perspektivisch die Berufsmöglichkeiten ihrer Kinder“, sagt die Schwimmmeisterin. Denn wer etwa zur Polizei oder zum Zoll will, brauche nachweisbare Schwimmfähigkeiten. Marias und Elas Motivation heute aber war in erster Linie der Spaß. Die beiden gehen noch ein wenig ins Erlebnisbecken, dann duschen, umziehen und ab zum Parkplatz. Sie sehen glücklich aus und wollen zu Hause feiern.